Der amerikanische Künstler Robert Breer (1926-2011) war ein Pionier des experimentellen Animationsfilms. Er begann seine künstlerische Karriere in Paris in den späten 1940er Jahren mit geometrisch-abstrakten Gemälden im Stil des Neoplastizismus, bevor er sich nach einigen Jahren für das Phänomen der Bewegung zu interessieren begann und seine ersten Animationsfilme realisierte. Es folgte eine Reihe von optischen Apparaturen, die als daumenkinoartige Vorrichtungen in einer schnellen Abfolge von Einzelbildern die Illusion bewegter Formen erzeugten. Ab Mitte der 1960er Jahre entstanden bewegte Objekte und Skulpturen, die sich mit fast unmerklicher Langsamkeit im Ausstellungsraum bewegten. In Jamestown Baloo’s (1957), A Man and his Dog Out for Air (1957) und 69 (1968), experimentierte Robert Breer mit der Wahrnehmung von Bewegung, indem er das Tempo der Bildfolge bis an die Grenzen der Perzeptionsfähigkeit steigerte. Der teilweise fast schmerzhafte visuelle Rhythmus der Filme verlangt vom Blick des Betrachters große Aufmerksamkeit und eine nahezu starre Präsenz. 

Jamestown Baloo’s

Robert Breer
Jamestown Baloo’s, 1957
16 mm Film, Farbe, schwarz und weiß, optischer Ton
6 min
Sammlung Mudam Luxembourg
Schenkung 2003
© Fotogramme: gb agency

69

Robert Breer
69, 1968
16 mm Film, Farbe, schwarz und weiß, optischer Ton
5 min
Sammlung Mudam Luxembourg
Schenkung 2003
© Fotogramme: gb agency

A Man and his Dog Out for Air

Robert Breer
A Man and his Dog Out for Air, 1957
16 mm Film, Farbe, schwarz weiß, optischer Ton
3 min
Sammlung Mudam Luxembourg
Schenkung 2003
© Fotogramme: gb agency

Floor Drawing

Ansichten der Ausstellung Robert Breer Floats, Capc, Bordeau, 18/11/2010 – 30/01/2011

Robert Breer
Floor Drawing, 1970
4 motorisierte Skulpturen, Kunststoff, Metall, Acrylfarbe
Sammlung Mudam Luxembourg
Ankauf 2010
© Fotos: Aurélien Mole