Der deutsche Künstler Günther Förg (1952-2003) ist bekannt für seine geometrisch-abstrakte Malerei sowie für seine fotografischen Arbeiten, in denen er vor allem emblematische Beispiele für die Architektur der Moderne abbildete. Dennoch spielt auch das Gestische und das Figurative in seinem Werk eine Rolle, sei dies in seiner Malerei, in seiner Fotografie oder in den wenigen von ihm realisierten Skulpturen. Als junger Absolvent der Münchner Kunstakademie ließ sich Förg stark von den Werken Blinky Palermos, Cy Twomblys und der amerikanischen „Colorfield“-Maler beeindrucken. 

Città Universitaria

Günther Förg
Città Universitaria, 1985
Schwarz & weiss Fotografien
180 x 120 cm jede
Sammlung Mudam Luxembourg
Apport FOCUNA
Ankäaufe 1997
© Fotos: galerie Bärbel Grässlin

Untitled n° 41/92

Günther Förg
Untitled n° 41/92, 1992
Acrylfarbe auf Blei, auf Holz montiert
180 x 110 cm
Apport FOCUNA
Ankauf 1997
Sammlung Mudam Luxembourg
© Foto: galerie Bärbel Grässlin

Sein Zugang zur Malerei war stets konzeptuell und systematisch, wie bei der Reihe seiner grauen Gemälde, von denen er zwischen 1973 und 1976 jeweils ein Exemplar pro Woche anfertigte, oder bei seinen zwischen 1980 und 1994 realisierten 96 Wandgemälden. Gegen Ende der 1970er Jahre entdeckte er während einer Experimentierphase mit unterschiedlichen Bildträgern und in Fortführung der grauen Gemälde das Bleiblech als Malgrund und fertigte mehrere Reihen großformatiger Gemälde auf diesem schweren und symbolträchtigen Material an. 

Untitled n° 48/92

Günther Förg
Untitled n° 48/92, 1992
Acrylfarbe auf Blei, auf Holz montiert
180 x 110 cm
Apport FOCUNA
Ankauf 1997
Sammlung Mudam Luxembourg
© Foto: galerie Bärbel Grässlin

Während seiner fünfjährigen Zeit als Professor an der Kunstakademie Karlsruhe erarbeitete Förg mit besonderem Interesse eine kritische Antwort auf die amerikanische abstrakte Malerei von Künstlern wie Barnett Newman oder Mark Rothko. Seine geometrische Farbfeldmalerei dieser Zeit, von denen er zahlreiche Gemälde auf Blei ausführte, befragen die symbolische Überfrachtung der Werke der Amerikaner, die das „Erhabene“ zu erreichen suchten. Förg betont so in seinen Werken nicht nur die Stofflichkeit von Farbe und Bildträger, er befragt auch die Behauptung der Einzigartigkeit und den Anspruch an technische Vollkommenheit durch die deutlich sichtbaren Spuren in einer absichtsvoll unvollkommenen Ausführung.