DOMINIQUE GAUTHIER

In Dominique Gauthiers (1953) Kunst verbindet sich eine barocke Lust am Bild mit Methoden und Fragestellungen der Moderne. Seine Bilder sind Wirbel von Formen und Farben, exzessiv in dionysischer Opulenz, maßlos durch die Unberechenbarkeit ihres Entstehens. Im Titel von Orphique klingt das musikalische dieser komplexen und vielschichtigen Komposition an und bildet als Hinweis auf Robert Delaunay bzw. Wassily Kandinsky eine weitere Referenz an die Frühzeit der abstrakten Malerei.
Gauthier spielt mit dem Automatismus und der Zufälligkeit der Herstellung, er konstruiert Malmaschinen, bei denen hängende und durchlöcherte Farbbeutel über der Leinwand in Bewegung gesetzt werden. Sein häufiges Motiv der Spirale entsteht mithilfe eines an eine Schnur gebunden Pinsels. Der Einsatz von Lacken bringt zusätzliche Effekte: Fliehkräfte wirken und erzeugen Verzerrungen und Eruptionen, die jedoch gebremst werden durch das Geviert des Bildes, das stets im Rahmen bleibt und so nicht dem All-over der Pollock’schen Tropfbilder folgt.

Orphique

Dominique Gauthier
Orphique, 2001
Acryl und Lack auf Leinwand
Sammlung Mudam Luxembourg
Ankauf 2002
© Foto: galerie les filles du calvaire

Ausstellung

Out of storage I
06/03/2008 - 26/05/2008