Albert Oehlen (*1954, Krefeld), dem in den 1980er Jahren wie Martin Kippenberger oder Werner Büttner oft das Etikett eines „Neuen Wilden“ verpasst wurde, befindet sich in ständiger Auseinandersetzung mit dem Medium der Malerei. Unbekümmert um „schlechte Malerei“, geht er an die Grenzen dessen, was mit Farben, Leinwand und Motiven möglich ist. Ironisch, frech, aber auch selbstkritisch ist der auch als Rockmusiker tätige Maler in seiner Arbeit stets auf der Suche nach einem klaren Ausdruck innerhalb der Möglichkeiten der Kunst, etwas „sichtbar zu machen“ (was der deutsche Künstler Paul Klee, 1879-1940, für das Wesen der Malerei hielt). Oehlen indes ist sich der Unmöglichkeit bewusst, diesen Anspruch ganz einzulösen. Das Versagen, über das er sich häufig mündlich äußert, wird daher in seiner Malerei nicht nur mitgedacht, es ist auch als Topos gegen den Anspruch an die Kunst gedacht, Antworten geben zu können.

Froher Depp

Albert Oehlen
Froher Depp, 1996
Öl auf Leinwand
220 x 340 cm
Apport FOCUNA
Ankauf 1997
© Foto: Rémi Villaggi

In Froher Depp (1996) scheint Oehlen mehrere Bilder übereinander gemalt zu haben. Einer klaren Komposition mit scharf voneinander getrennten Farbflächen folgt ein gestisches Übermalen, ein (Zer-)Stören, ein Verunklären, das aber auch eine Bereicherung bringt. In seiner von ihm selbst als „post-ungegenständlich“ bezeichneten Malerei (einen Begriff, dessen Ernst er gleich als „albern“ relativierte.) werden die unbekümmert miteinander verbundenen malerischen Sprachen zu einer hybriden, ständig sich auflösenden und wieder neu herstellenden Verdichtung vibrierender Energie in den Schichtungen von Farben, Formen und Linien.

OUT OF STORAGE I – PEINTURES CHOISIES DE LA COLLECTION
06/03/2008 – 26/05/2008