ETEL ADNAN ET LES MODERNES

08/06/2019 - 08/09/2019
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Als Dichterin, Schriftstellerin und Künstlerin lässt die Libanesin Etel Adnan mit ihrem seit den 1960er-Jahren entstandenen Werk alle künstlerischen Konventionen hinter sich. In ihrer Arbeit führt sie Bild und Wort zusammen, um Fragen rund um Sprache, Übersetzung, Erinnerung, Geschichte, Landschaft, Abstraktion und auch Farbe zu verhandeln. Außerdem sind ihre Werke ein kultureller Brückenschlag zwischen Orient und Okzident. Die Ausstellung von Etel Adnan im Mudam Luxembourg – Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean versammelt eine große Auswahl ihrer Gemälde, Zeichnungen, Wandteppiche und Leporellos, die in Zusammenschau mit Werken von Paul Klee und anderen modernen Künstlern des 20. Jahrhunderts, die ihre Arbeit inspirieren, präsentiert werden. 

Etel Adnan, Ohne Titel / Sans titre / Untitled, 2012. Private collection, Hamburg, Courtesy Sfeir-Semler Gallery, Hamburg / Beirut © Etel Adnan

Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit dem Zentrum Paul Klee in Bern unter der kuratorischen Leitung von Sébastien Delot, dem Direktor des LaM von Villeneuve d’Ascq in Frankreich, entwickelt und bietet einen umfangreichen Überblick über das visuelle Werk von Etel Adnan von ihren Anfängen in den 1960er-Jahren bis heute. Im Fokus der Ausstellung steht die Beziehung der Künstlerin zum Werk diverser moderner Künstler, allen voran Paul Klee. „Ich glaube, Klee war der erste Künstler, in den ich mich verliebt habe. Ich war besessen von ihm. Unter Besessenheit verstehe ich, dass seine Bilder mich in einem Zustand der Ekstase versetzten. Sie ließen mich nicht mehr los. In Kairouan [in Tunesien] schrieb er: ‚Die Farben und ich sind eins’. Und ich habe begriffen, dass er da von einer Offenbarung spricht”, schreibt Adnan. 

Neben bedeutenden Werken von Paul Klee sind bei der Ausstellung im Mudam außerdem eine Reihe von Werken anderer Künstler zu sehen, die den Werdegang von Etel Adnan geprägt haben, darunter Nicolas de Staël, Georges Mathieu und der ägyptische Architekt und Designer Ramses Wissa Wassef. Der Künstlerfilm Ismyrne (2016) des libanesischen Künstlerduos Joana Hadjithomas & Khalil Joreige eröffnet eine zeitgenössische Sicht auf das Leben und die Werke von Etel Adnan. So gewährt die Ausstellung einen einzigartigen Blick auf das vielgestaltige Werk der libanesischen Künstlerin, auf die Einflüsse, die ihre Arbeit prägten, sowie auf die Wirkung, die ihr Werk wiederum auf die junge Künstlergeneration hat. 

Die Organisation der Ausstellung Etel Adnan et les modernes im Mudam Luxembourg – Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean erfolgt in Kooperation mit dem Zentrum Paul Klee in Bern. 

Im Juni 2018 wurde zum Anlass der Ausstellung von Etel Adnan im Zentrum Paul Klee, Bern ein Katalog von den Partnerinstitutionen herausgegeben. 

Kurzbiografie 

Etel Adnan wurde 1925 als Tochter einer griechischen Mutter und eines syrischen Vaters geboren und ist zwischen Kulturen und Sprachen – Griechisch, Arabisch, Türkisch, Französisch und Englisch – aufgewachsen. Nach ihrem Studium in Paris, New York und Berkely unternahm sie zahllose Reisen. Neben ihrem malerischen Werk ist sie Urheberin zahlreicher Gedichtsammlungen und eines Romans sowie von Novellen, Theaterstücken und Essays und gilt als eine der bedeutendsten zeitgenössischen Schriftstellerinnen der arabischen Welt. Insbesondere seit ihrer vielbeachteten Teilnahme an der Documenta 13 (2012) findet ihr plastisches Werk weitreichende internationale Anerkennung. Ihre jüngsten persönlichen Ausstellungen wurden in Institutionen wie dem Zentrum Paul Klee in Bern (2018), dem MASS MoCA in North Adams in Massachusetts (2018), dem Institut du Monde Arabe in Paris (2017), der Serpentine Gallery in London (2017), dem Irish Museum of Modern Art in Dublin (2015) und dem Museum der Moderne Salzburg (2014) präsentiert.

Kuratoren:
Sébastien Delot, assistiert von Sarah Beaumont und Grégoire Prangé