ANRI SALA

12/10/2019 - 05/01/2020
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Die Ausstellung von Anri Sala (*1974) im Mudam Luxembourg – Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean in den Galerien im Geschoss 1, im Grand Hall und im Pavillon, entwickelt sich im Dialog mit der Architektur von Ieoh Ming Pei und ist gleichsam Antwort auf ihre einzigartigen Volumen und Peis Spiel mit der Symmetrie. Präsentiert werden sowohl jüngere Werke als auch ältere Arbeiten. Den Pavillon des Mudam bespielt Sala mit einem seiner bislang bedeutendsten Werke, der Klanginstallation The Last Resort (2017) für 38 Trommeln, die für die Kaldor Art Projects in Sydney entstanden ist und bei dieser Ausstellung erstmals in Europa präsentiert wird. 

Anri Sala, The Last Resort, 2017 © Photo : Pedro Greig

Im Werk von Anri Sala ist Ton weit mehr als reine Begleitung zum Bild und spielt eine sehr zentrale Rolle: Er macht den Raum spürbar, dient der „Durchdringung” des gegenwärtigen Augenblicks. Anris Filme, die er in Verbindung mit seinen beweglichen Skulpturen, Zeichnungen, Fotografien und Klanginstallationen präsentiert, decken ein überraschend großes musikalisches Spektrum ab: In Long Sorrow (2005) spielt der Saxophonist Jemeel Moondoc Freejazz, während in The Present Moment Musik von Schönberg zu hören ist. Die bekannte Punknummer Should I stay or should I go now? ertönt in Le Clash (2010) und die Elegie von Strawinski in If and Only (2018). In jedem seiner Werke steht der subjektiven, sinnlichen Erfahrung der einzelnen Besucher eine kollektive, gesellschaftliche und historische Dimension gegenüber. 

Diese besondere Aufmerksamkeit für Ausstellungserfahrung spiegelt sich auch in Salas spezifischer Form der Annährung an seine Schauen wider: Jede Ausstellung ist in ihrer Zusammensetzung einmalig und angelegt als „Kontinuum aus Anwesenheiten und Strömen”, ein „Ort der Zusammenhänge und Wechselbeziehungen”, an dem der Betrachter eine aktive Rolle übernimmt. Die Idee, so der Künstler, besteht nicht darin, einem bestimmten Parcours zu folgen oder ein mögliches Drehbuch anzubieten, sondern darin, die Werke untereinander in Gleichklang zu bringen, als handele es sich um eine musikalische Partitur. 

Kurzbiografie 

Anri Sala wurde 1974 in Tirana, Albanien, geboren. Er lebt und arbeitet in Berlin. Sein Werk war bereits im Rahmen persönlicher Ausstellungen in Institutionen wie dem Museo Tamayo in Mexico (2017), dem New Museum in New York (2016), dem Haus der Kunst in München (2014), dem Centre Pompidou in Paris (2012), der Serpentine Gallery in London (2011), dem Museum of Contemporary Art North Miami (2008) und der Fondazione Nicola Trussardi in Mailand zu sehen (2005). 2005 vertrat Sala Frankreich bei der 55. Biennale von Venedig. Weiterhin war er bereits Teilnehmer zahlreicher Sammelausstellungen und Biennalen, darunter die 12. Biennale von Havanna (2015), die 11. Biennale von Sharjah (2013), die 9. Biennale von Gwangju (2012), die Documenta 13 (2012), die 29. Biennale von São Paulo (2010), die 2. Biennale für Gegenwartskunst in Moskau (2007) und die 4. Berlin Biennale (2006). Sala wurde für sein Werk unter anderem mit dem Vincent Award (2014), dem 10. Benesse Prize (2013), dem Absolut Art Award (2011) und dem Young Artist Prize der Biennale von Venedig (2001) gewürdigt.

Kuratoren:
Suzanne Cotter, Christophe Gallois, assistiert von Sarah Beaumont