DIE GESCHICHTE DES MUSEUMS
Fakten zum Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean
Das Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean ist Ausdruck eines politischen Willens, nämlich des Bestrebens, die Stadt Luxemburg, die in den 1980er Jahren zur europäischen Hauptstadt wurde und sich als bedeutender Finanzplatz etablierte, auch zu einem kulturellen Zentrum zu machen.

In den Jahren des wirtschaftlichen Aufschwungs wurde durch die Regierung Jacques Santer, der heute Vorsitzender des Verwaltungsrats des Mudam ist, ein ehrgeiziges Programm zur Schaffung kultureller Infrastrukturen ins Leben gerufen. Anfang der 1990er Jahre beauftragt die Regierung den sino-amerikanischen Architekten Ieoh Ming Pei mit der Konzeption und Realisation des neuen Museums.
Pei verfügt über einen herausragenden Ruf insbesondere im Bereich der Museumsgestaltung. Mit großem Erfolg hat er beispielsweise Museen in Washington und Boston gestaltet und den Umbau des Louvre in Paris und die Gesamtkonzeption des Deutschen Historischen Museums in Berlin geplant. So wird ihm das Projekt des Museumsbaus in Luxemburg direkt übertragen. 1997 wird das Bauprojekt des Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean unter dem damaligen Bauminister Robert Goebbels (1994–1999) und der Kulturministerin Erna Hennicot-Schoepges (1995–2004, Bauministerin 1999–2004) per Gesetz vom 17. Januar 1997 beschlossen. Die Arbeiten beginnen offiziell am 22. Januar 1999. Zur Einweihung des Museums im Juli 2006 waren die verantwortlichen Ministerien von François Biltgen (Minister für Kultur, Hochschulwesen und Forschung), Octavie Modert (Staatssekretärin im Ministerium für Kultur, Hochschulwesen und Forschung) und Claude Wiseler (Bauminister) geleitet.
Der Name des Museums
Die luxemburgische Regierung entscheidet, die neue kulturelle Institution „Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean” zu nennen, um der 25-jährigen Herrschaft von Großherzog Jean zu gedenken, der von 1964 bis 2000 Großherzog von Luxemburg war, bevor er zugunsten seines ältesten Sohnes, des Großherzogs Henri, abdankte. Der Name „Mudam” ist die Abkürzung von MUsée D’Art Moderne.

Der Standort
Das Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean steht auf den Außenmauern des ehemaligen Fort Thüngen in der Nähe der „Place de l’Europe” auf dem Kirchbergplateau. Dieses Fort, benannt nach Baron von Thüngen, dem österreichischen Kommandanten der Festung, wurde im Jahr 1732 nach Plänen Vaubans (der das Außenwerk errichtete) aus dem Jahr 1688 erbaut. Das Fort Thüngen war ein wichtiger Bestandteil der Befestigungsanlagen der Stadt Luxemburg und symbolisiert besser als jedes andere Gebäude drei Jahrhunderte luxemburgische Militärgeschichte. Als Luxemburg 1867 durch den Vertrag von London zu neutralem Gebiet wurde, erfolgte die Schleifung der damit überflüssig gewordenen Festungsanlagen.
Erst mit dem Bau des Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean wurden sie wieder freigelegt und rekonstruiert, denn der Architekt Ioeh Ming Pei hat sich entschieden, das neue Museum auf den Außenmauern der ursprüngliche Festung zu errichten.
Der „Park Dräi Éechelen”
Im Jahr 2000 wurde die Gestaltung des Geländes, auf dem sich die Überreste des Fort Thüngen und das Gebäude des Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean befinden, für Landschaftsgestalter ausgeschrieben. Letztendlich wurde die Planung dem Pariser Landschaftsgestalter Michel Desvigne übertragen. Sein Entwurf überzeugte „durch seine Einfachheit und das Feingefühl, mit dem die alten und neuen Gebäuden als eigenständige Elemente miteinander in Beziehung gesetzt werden”. In Anlehnung an die drei vergoldeten Eicheln, die den Eingang des Fort Thüngen schmücken, erhält die Anlage den Namen „Park Dräi Eechelen”.
So kann der „Park Dräi Eechelen” als Metapher für den Übergang zwischen der mittelalterlichen Vergangenheit der Stadt Luxemburg, die südlich des Parks liegt, und der durch das Europa-Viertel im Stadtteil Kirchberg verkörperten Moderne begriffen werden, der seinen Abschluss im Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean und der Place de l’Europe im Norden des Parks findet.
Die Intentionen des Architekten
Ieoh Ming Pei beschreibt seine Konzeption des Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean wie folgt: „Am meisten hat mich das Wechselspiel zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Vergangenheit und Zukunft fasziniert. Die Vergangenheit ist durch das Fort Thüngen mit den Drei Eicheln gegenwärtig, und ich bewundere die Arbeit Vaubans, von dem die Pläne für den Grundriss stammen. Was mich interessiert, ist die Frage, wie man eine Harmonie zwischen Vergangenheit und Gegenwart schaffen kann, in der sie sich gegenseitig verstärken.”
Auftraggeber
Bauherr
Ministère des Travaux publics, Administration des Bâtiments Publics
Architekten
I.M. Pei, Cobb Freed & Partners, New York / Georges Reuter Architectes, Luxemburg
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