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Wim Delvoye (1965) ist ein leidenschaftlicher Empiriker. Wie Cloaca, sein überaus berühmter, hochtechnologischer, „Künstlerscheiße” produzierender Verdauungsapparat, verstehen sich alle seine Werke als Mischformen. Es bereitet ihm ein diebisches Vergnügen, die Unterschiede zwischen Schönem und Hässlichem, Reinem und Unreinem aufzuheben, indem er Handwerk, Technologie, Skatologie und Sakrales kunterbunt durcheinander wirbelt.

Chapelle

Für das Mudam entwirft Delvoye eine komplett aus Metall bestehende Kapelle nach gotischem Vorbild mit subversiv bebilderten Kirchenfenstern. Auf schwarzem, grauem und buntem Glas spielt der Künstler mit Selbstzitaten. „Stinkefinger”, Küsse, menschliche Gedärme, Skelette von Cloaca werden geröntgt und somit zu heidnischen Kirchenfenstern erhoben. Das Licht, dem das Kirchenfenster früher Göttlichkeit verlieh, offenbart nun die atheistische Botschaft geröntgter Fleischstücke. Fratzen schneidend und zynisch leisten sich die Totenköpfe, Gebeine und dergleichen den Luxus, auch als moderne Vanitas interpretiert werden zu können.

Wim Delvoye
Chapelle, 2006
Buntes Kirchenfenster und Kapelle aus Metall
480 x 1080 x 705 cm
Auftrag und Sammlung Mudam Luxembourg
Ankauf 2006
© Fotos: Rémi Villaggi

Mudam Guest House 07
13/10/2007 - 26/11/2007

Eldorado
01/07/2006 - 20/11/2006

D’Wierk Chapelle vum belsche Kënschtler Wim Delvoye an der Emissioun .art op RTL.

.art

Mech géif mol interesséieren

Explikatiounen zur Trophy vum Wim Delvoye am Park Dräi Eechelen an der Emissioun Mech géif mol interesséieren, wat dat hei ass? um Radio 100,7.

 

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