VINCENT BEAURIN
Enseigne animale jaune

Enseigne animale jaune, 2003
Holz, Styropor und Polyesterflocken
152 x 106 x 92 cm
Sammlung Mudam Luxembourg
Ankauf 2003
© Foto: Patrick Gries
The Fun of the Past


© Fotos: Rémi Villaggi
Vincent Beaurin
The Fun of the Past, 2006
Styropor, Pailletten, Holzbänke, Natriumlampen, Feuerstein
Veränderliche Masse
Auftrag und Sammlung Mudam Luxembourg, produziert von Administration des Bâtiments Publics
Interview mit Vincent Beaurin anlässlich der Ausstellung Le meilleur des mondes, Mudam Luxembourg 30/01/2010 - 24/05/2010 produziert
„Der Blick ist ein Schmarotzer, er lügt, er täuscht. Die Dinge bieten sich dem Blick dar und sind, was sie zu sein vorgeben. Die Relevanz der Kunst beruht nicht in der Übereinstimmung des Kommentars mit dem Blick, sondern vielmehr in der Auflösung der Gegensätze und Verwirrungen, die dieses Sehen hervorruft. Ich bin Bildhauer. Ich arbeite an Vorrichtungen, die dazu dienen, diese Versöhnung zu bewirken. Ich verbinde Materialien in Pulverform, wie Styropor, Sand oder Pailletten mit einer paradoxen Präzision. Ich treibe mein Spiel mit den Vorstellungen von Größe, Dichte und Herkunft. Ich beziehe mich auf abstrakte Gestalten und rufe Fabelwesen herbei. Diese Wesen durchbrechen das rohe Weiß der Wände und verharren bewegungslos. Die häufig zusammen gesetzten Namen, die zu ihrer Bezeichnung dienen, stammen aus verschiedenen Mythen und aus der heutigen Alltagssprache. Diejenigen von Tiergestalt besitzen meist keine Körperöffnungen oder äußere Organe. Oft besteht ihr Körper aus einem einzigen Gliedmaß. Wiewohl auf Wirksamkeit getrimmt, zeugen ihre Haltungen von zahlreichen Heimsuchungen. Die anderen, Gegenständen ähnlicher, mögen einen oder mehrere Steine enthalten oder auch organische Fragmente. Ich empfinde auf geradezu körperliche Weise, dass die Welt sich aus Pulver zusammen setzt. Wenn ich die Augen öffne, sehe ich einen Teppich aus übereinander geschichteten Bildern, die durcheinander geraten und sich flach drücken. Hin und wieder lösen sich Bilder plötzlich und führen zu einem Bruch in diesem Bildschirm. Dann kann ich sehen, was sich dahinter befindet. Dort ist es schwarz, aber nicht wie die Farbe eines Gegenstandes, sondern schwarz wie in einem Abgrund. Wenn die Werke, die ich mache, Ähnlichkeiten mit dieser Dunkelheit aufweisen, dann liegt das sowohl an der porösen Oberfläche ihres Materials, wie an ihrer Farbe. Das eine mag beispiels- weise durch die Glimmerplättchen auf seiner Oberfläche glitzern und sich auf diese Weise den Bildern zuwenden, ohne dass sich deshalb seine Durchlässigkeit verändert oder seine Beziehung zum Abgrund bricht. Diese Werke wirken anziehend wie die Leere. Sie brechen das Gleichgewicht mit der Plötzlichkeit eines Unfalls und verschlucken den Lärm durch ihre Saugwirkung. Sie können erschrecken. Sie besänftigen.”
Vincent Beaurin
Eldorado
01/07/2006 - 20/11/2006
Accueil
+352 45 37 85-960
Standard administratif
+352 45 37 85-1
Visites guidées
+352 45 37 85-531
visites@mudam.lu
Mudam Boutique
+352 45 37 85-980
Mudam Café
+352 45 37 85-970

