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Valérie Belins (1964) Serie von Schaufenstern haben zum Thema das Paradox der Anwesenheit-Abwesenheit. Starr, leer und sinnlos stellen ihre obsoleten Auslagen die Konzepte von Display, Selbstdarstellung und Illusion infrage. Durch das Auge der Fotografin zu Plastiken erhoben, verwandeln sie sich in Ikonen der Gesellschaft.

Vitrines Luxembourg

Valérie Belins siebenteilige Serie Vitrines Luxembourg, eine für Mudam realisierte Auftragsarbeit, ist eine eher untypische Arbeit im Werk der Künstlerin. Belin, deren Serien von Autowracks, Bodybuildern oder Porträts von Transsexuellen, Models, Frauen und Schaufensterpuppen stets vor neutralem Hintergrund und mit starkem, frontalem Licht aufgenommen wurden, hielt hier einige der eigentümlichen Luxemburger Schaufenster fest, die wie präzise arrangierte, doch aus der Zeit gefallene Stillleben wirken.
Im Gegensatz zu Belins übrigen Arbeiten sind die Vitrines Luxembourg nicht völlig entkontextualisiert. Ein subtiles Spiel mit den Spiegelungen im Fenster lässt mancherorts die Umgebung erkennen, während der auf dem Kartell gelesene Aufnahmezeitpunkt 2003 eher zur Überraschung beiträgt. Belins menschenleere Fotos besitzen nur wenig erzählerisches Potential, ihnen eignet vielmehr die Spannung zwischen realer Abwesenheit und imaginierter Präsenz. Dabei sind sie weniger Dokumente eines entfesselten Konsumverhaltens als verstörende Zeugnisse für die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen.

Valérie Belin
Vitrines Luxembourg, 2003
Serie von 7 schwarz und weiss Fotografien
150 x 125 cm et 125 x 150 cm
Auftrag und Sammlung Mudam Luxembourg
Ankauf 2004
© Valérie Belin

Eldorado
01/07/2006 - 20/11/2006

 

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