DIE SAMMLUNG

Eine internationale Sammlung zeitgenössischer Kunst

Die Mudam Sammlung ist die bedeutendste Sammlung für Gegenwartskunst in Luxemburg. Inhaltlich wie konzeptuell konsequent international, umfasst sie beinahe 700 Werke aller Medien von Künstlern aus Luxemburg und der ganzen Welt. Dabei besteht ein kleiner Teil der Sammlung aus Mode- und Designobjekten. Über 54 Werke in der Sammlung waren Auftragsarbeiten für das Mudam und entstanden unter Berücksichtigung seiner spezifischen architektonischen Gegebenheiten. Eckdaten für den Sammlungsaufbau waren die ersten Erwerbungen in den 1990er-Jahren, die Gründung des Museums 1998 und seine Eröffnung 2006. Wenngleich die 1960er-Jahre als historischer Bezugspunkt für die Gegenwartskunst gelten, datiert die Mehrzahl der Werke in der Sammlung aus den Jahren 1989 bis heute. Eine Ausnahme bildet das Möbelensemble für das Paimio-Sanatorium, welches zwischen 1931 und 1933 von dem Architekten Alvar Aalto entworfen und 2002 durch das Mudam erworben wurde.

Der Erwerb der Werke der Mudam Sammlung begann im Jahr 1996 durch den „Fonds Culturel National” (Focuna), eine öffentliche Stiftung unter dem Vorsitz von Paul Reiles. Der Ausschuss für Neuerwerbungen des Focuna bestand aus folgenden Mitgliedern: Bernard Ceysson, Maria de Corral, Jeff Erpelding, Lorand Hegyi, Lucien Kayser, Paul Reiles und I.K.H. Prinzessin Sibilla von Luxemburg. Im Jahre 1998 wurde Bernard Ceysson der erste Leiter der Fondation Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean (Mudam).

Von 2018 bis 2020, unter der Leitung von Suzanne Cotter, sind die Mitglieder des wissenschaftlichen Ausschusses der die Werke der Mudam Sammlung auswählt: Nancy Spector (Artistic director – Chief Curator des Solomon R. Guggenheim Foundation in New York), Daniel Birnbaum (Direktor des Acute Art in London  Okwui Enwezor (ehemaliger Direktor des Haus der Kunst in München). 

Geschichte des Ausschusses

Im Jahr 2000 wurde die Arbeit von der Fondation Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean unter der Leitung von Marie-Claude Beaud fortgesetzt, deren besonderes Interesse den Arbeiten der jüngsten Künstlergeneration gilt. Auf Betreiben von Marie-Claude Beaud hat der Verwaltungsrat einen wissenschaftlichen Ausschuss eingerichtet, der das Mudam in seiner Erwerbungspolitik berät und die Qualität der ausgewählten Werke sowie ihren Stellenwert innerhalb der internationalen Kunstszene beurteilt. Mitglieder dieses Ausschusses waren: Carmen Giménez  (Kuratorin für Kunst des 20. Jahrhunderts im Solomon R. Guggenheim Museum, New York), Paul Reiles (Vizepräsident der Fondation Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean und Ehrendirektor des Musée national d’histoire et d’art, Luxemburg), Dr. Stephan Schmidt-Wulffen (Rektor der Kunstakademie Wien) und Sir Nicholas Serota (Direktor der Tate-Galerie, London). 2007 trat Alfred Pacquement (Direktor des Museum der Modernen Kunst – Centre Georges Pompidou, Paris) an Stelle von Sir Serota.

Im Jahr 2010 richtet Enrico Lunghi (Direktor des Mudams von 2009 bis 2017) einen neuen wissenschaftlichen Ausschuss ein. Mitglieder dieses Ausschusses sind: Barnabás Bencsik (Direktor des Ludwig Museum, Budapest, danach Direktor der ACAX – Agency for Contemporary Art Exchange, Budapest), Jimena Blázquez Abascal (Direktorin der Fondation NMAC, Vejer, Cádiz, Spanien), Dr. Julia Draganovic (Direktorin der Kunsthalle Osnabrück) und Paul Reiles (ehemaliger Direktor des Musée national d’histoire et d’art, Luxemburg).

Im Jahr 2016 waren die Mitglieder des wissenschaftlichen Ausschusses: Suzanne Cotter (Direktorin des Musée Serralves, Porto), Dr. Ulrike Groos (Direktorin des Kunstmuseum Stuttgart), Hou Hanau (Art Director des MAXXI, Rome) und Thierry Raspail (Direktor des Musée d’Art Contemporain de Lyon).

Der luxemburgische Kontext

In der Sammlung finden sich sowohl internationale Werke als auch Arbeiten einheimischer Künstler – etwa zehn Prozent der in der Sammlung vertretenen Künstler kommen aus Luxemburg. Entscheidend für ihre Auswahl, die stets in Abstimmung mit dem wissenschaftlichen Ausschuss stattfindet, ist die Qualität ihrer Werke und deren Relevanz für die zeitgenössische Kunst. Eine Quotenregelung gibt es nicht.

Im künstlerischen Programm des Mudam findet auch die besondere Lage des Landes Luxemburg Berücksichtigung – der lokale Kontext ist Gegenstand einer Reihe von Auftragsarbeiten. Diese Arbeiten stammen sowohl von einheimischen als auch von im Ausland lebenden Künstlern.