STAN DOUGLAS

MUDAM COLLECTION
05/10/2018 - 24/02/2019
Share
 

Die Installation Le Détroit (1999-2000) des kanadischen Künstlers Stan Douglas ist eine der bedeutendsten Werke der Mudam Sammlung, welches erstmals in Luxemburg zu sehen sein wird. In dieser technisch bemerkenswert ausgefeilten Doppelprojektion lädt der weltbekannte Künstler die Besucher nicht nur zu einer physischen Erfahrung ein, sondern auch zu einer Reflexion über das bewegte Bild.

Stan Douglas, Le Détroit, 1999-2000, Collection Mudam Luxembourg, Acquisition 2001 © Stan Douglas

Inspiriert durch die historische Chronik Legends of Le Détroit (1883) von  Marie Halim und den Schauerroman The Haunting of Hill House (1959) von Shirley Jackson, fügt der kanadische Künstler Stan Douglas (*1960) in seiner Filminstallation Le Détroit (1999-2000) eine Vielzahl visueller, literarischer und historischer Bezüge zu einer heterogenen Erzählung zusammen, deren formale Darstellung ebenso wichtig ist wie ihre semantische Fülle. Zuvor hatte Douglas bereits eine Fotoserie über den Niedergang der 1701 von französischen Siedlern gegründeten Stadt an der Flussmündung gemacht. Schauplatz seiner Geschichte über Detroit ist das Stadtviertel Herman Gardens, dessen Wohlstand einst Symbol der Autostadt war. Seitdem jedoch hat sich Herman Gardens vom gediegenen, dem weißen Mittelstand vorbehaltenen Wohnviertel zu einem afroamerikanischen, von Armut geprägten Ghetto entwickelt. Dort sieht man eine Gestalt, Eleanor, aus einem Auto steigen und in ein verfallenes Haus gehen, wo sie irgendwelche Spuren beseitigt und anschließend durch die Räumlichkeiten irrt und offensichtlich etwas sucht. Unverrichteter Dinge verlässt sie schließlich das Haus und steigt wieder in ihr Auto, einen Chevrolet Caprice und damit ein Modell, das bevorzugt von amerikanischen Zivilermittlern benutzt wird und darum auch „Ghost Car“ (Geisterauto) genannt wird. Gleichsam gefangen in einer Zeitschleife, beginnt sie ihren Einsatz wieder von vorn. Die technisch ausgefeilte, leicht asynchrone Doppelprojektion von Filmnegativ und -positiv wirkt nicht nur auf physischer Ebene auf die Besucher, sondern regt auch zu einer Reflexion über das bewegte Bild an.